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Günstiger Batteriegriff für die Nikon D750 – ein Test

Seit drei Tagen bin ich nun stolzer Besitzer einer Nikon D750 und kann mit sofortiger Wirkung meine D610 in den mehr oder minder verdienten Ruhestand schicken – wirklich warm geworden bin ich mit der 600er-Reihe von Nikon nie. Zu schlecht der Autofokus, zu schwach das ISO-Verhalten unter Low-Light-Bedingungen. Von der D750 erhoffe ich mir, dass sie für mich im Reportagebereich die Lücke zur D4s schließt, die von der D610 aus genannten Gründen und von der D800 wegen der extremen Dateigrößen nicht gestopft werden konnte. Die ersten Tests sind vielversprechend. Der Autofokus ist um LÄNGEN besser als in der D610, das Rauschverhalten kann sich im Bereich bis ISO 12800, wenn nicht sogar noch darüber, mit der D4s problemlos messen und die Handhabung ist…nun ja, typisch Nikon. 🙂 Auf einen vollständigen Test verzichte ich, da es hierzu mittlerweile genug im Netz gibt. Sollte Bedarf an Vergleichsfotos mit D610, D800 und D4s bestehen, gerne in bestimmten Situationen, freue ich mich aber auf Feedback und bereite hierzu ggf. einen gesonderten Blogpost vor.

Ein leidiges Thema aber ist der Batteriegriff. Bei Amazon und vielen anderen Händlern ist dieser aktuell nicht lieferbar und wenn er es dann in einigen Monaten sein wird, muss man im Gegenzug ca. 235€ auf den Tresen legen. So gerne ich bereit bin, für Qualität zu zahlen – für einen Batteriegriff, der nun wahrlich nicht im Bereich „Raketenwissenschaft“ angesiedelt ist, übersteigt das meinen Willen zum Geldverbrennen. Bereits für die D610 hatte ich einen alternativen Handgriff, mit dem ich vollkommen zufrieden war. Also habe ich auch für die D750 nach einer Alternative gesucht und diese, höchstwahrscheinlich, auch gefunden.

Der „Meike MK-D16“ ist eine exakte Replik des Originals und geht für schlappe 69€ über den Ladentisch. Wie auch der Griff von Nikon, kommt das Teil mit zwei Einschüben, einmal für den Standard-EN-EL15-Akku und einmal für sechs AA-Batterien. Darüber hinaus findet man am Griff natürlich den Auslöser inkl. Ein/Aus-Schalter für einfache Handhabung der Kamera im Hochformat, die zwei Einstellräder für Blende, Belichtung und ggf. ISO, den „Joystick“, welchen ich primär für die Positionierung der Fokuspunkte verwende und die „AF-L / AE-L“-Taste, die bei mir für den Backbutton-Fokus konfiguriert ist. An der Unterseite befindet sich ein weiteres Gewinde, so dass die Kamera auch bei Verwendung des Batteriegriffs auf einem Stativ montiert werden kann.

Die Passgenauigkeit ist exzellent, der Griff geht ohne Rütteln, Drücken, Ziehen und Fluchen an die Kamera und wird mit einer Schraube im Stativgewinde fixiert. Einmal festgezogen, schmiegt er sich perfekt an den Body der D750 und macht einen soliden Eindruck. Auch die Einschübe sitzen fest und ohne zu Klappern im Griff, so dass ich die Kombi aus Kamera und MK-D16 ohne Bedenken zu den nächsten großen Einsätzen mitnehmen werde. Lediglich zu einem Punkt habe ich noch keine Erfahrungen sammeln können und zwar bezüglich des Stromverbrauchs im Ruhezustand. In den letzten zwei Tagen hat der in den Griff eingesetzte Akku nur 1% an Ladung verloren, das stimmt zumindest schonmal hoffnungsvoll. Denn: Bei vielen Griffen von Drittanbietern stellt sich nach kurzer Zeit heraus, dass diese, auch wenn Kamera und Griff ausgeschaltet sind, Strom ziehen und daher immer ohne Akku gelagert werden sollten. Der Batteriegriff meiner D610, der auf Grund der geänderten Gehäuseform nicht mit der D750 kompatibel ist, gönnte sich innerhalb einer Woche rund 30% einer Akkuladung.

Nach der Montage des Griffs bleibt die Kamera immer noch angenehm kompakt. Es gibt Stimmen, denen die D750 zu klein, zu filigran ist. Für mich und meine vermutlich recht durchschnittlich großen Hände passt sie perfekt – alle Bedienelemente sind ohne große Verrenkungen gut zu erreichen und die Rundung des Gehäuses, in welcher die Finger der rechten Hand ruhen, ist keineswegs zu klein, sondern durchaus komfortabel. Vergleicht man die Abmessungen der D750 mit der D4s, so ist diese zwar im Gesamteindruck mächtiger, aber tatsächlich etwas weniger hoch als die D750 mit Handgriff.

Einziger Wermutstropfen bislang ist die sensorische Rückmeldung des Auslösers. Der Knopf selbst fühlt sich längst nicht so angenehm weich gelagert wie der Button an der Kamera an, sondern klickt wesentlich mechanischer und härter. Trotzdem lässt sich gut zwischen erstem und zweiten Druckpunkt unterscheiden, die Bedienbarkeit ist dadurch nicht eingeschränkt. Aber, das muss man dem MK-D16 wohl zugestehen, bei einem Preisunterschied von beinahe 170€ für ein Stück Plastik mit Knöpfen, sollte man bereit sein, kleine Kompromisse einzugehen und im Gegenzug noch Spielgeld für die ein oder andere Speicherkarte oder sogar ein günstiges, aber gutes Festbrennweiten-Objektiv wie das Nikon 50 mm 1.8 G übrig zu haben. Gerade letzteres wird den Bildern wesentlich mehr dienen als ein überteuerter Griff.

Seit drei Tagen bin ich nun stolzer Besitzer einer Nikon D750 und kann mit sofortiger Wirkung meine D610 in den mehr oder minder verdienten Ruhestand schicken - wirklich warm geworden bin ich mit der 600er-Reihe von Nikon nie. Zu schlecht der Autofokus, zu schwach das ISO-Verhalten unter Low-Light-Bedingungen. Von der D750 erhoffe…

Meike MK-D16: Gut und günstig

Verarbeitung
Funktion
Preis-/Leistungsverhältnis

Wer, wie ich, der Meinung ist, dass die großen Hersteller zwar exzellente Produkte auf den Markt bringen, man ihnen aber für simples Zubehör nicht den jeden Cent hinterher werfen sollte, der ist mit dem Meike MK-D16 für die Nikon D750 bestens beraten.

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Über Björn

Björn ist ambitionierter, halb-semi-mittelprofessioneller Fotoenthusiast und ein wenig vernarrt in technisches Spielzeug. Im familieninternen Wettstreit mit seiner Frau um die besten Fotos liegt er zwar meist ein kleines Stückchen hinten, aber sie verdient ja schließlich auch ihr Geld damit.

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4 Kommentare

  1. Hi Björn, danke für den imformativen Berlicht! Bin selber auf der Suche nach einem Griff für meine hoffentlich morgen schon gekaufte D750. Kannst Du was Neues zu Deinen Erfahrungen mit Meike sagen?

    • Hi Marek,

      ich habe den Griff ja nun schon eine ganze Weile und bin ausgesprochen zufrieden. Fühlt sich immer noch solide wie am ersten Tag an, die Batterie verliert im Stand-By keinen Strom – ganz klare Kaufempfehlung.

      • Danke Björn, kann Deine Meinung nun im vollen Umfang bestätigen. Bin sehr mit dem Grip zufrieden. Das einzige Manko: er versteht sich mit dem etwas älteren Billiigakku nicht, nur mit dem Original. Aaaaber, so war es auch mit dem Originalgrip meiner D600…

        • Oh, das ist interessant. Ich verwende nur einen „Billigakku“, die anderen sind Originale. Bei mir geht es aber mit allen. Es scheint Unterschiede zu geben. 😉

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