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WordPress für Google Pagespeed optimieren

Im Standard ist WordPress, je nach Menge der installierten Plugins, der Größe der zu ladenden Bilder und natürlich in Abhängigkeit des verwendeten Webservers, nicht das schnellste, aber mit Sicherheit auch nicht das langsamste System. Da ich im Hauptberuf häufig mit der OnPage-Optimierung von Webseiten und Onlineshops zu tun habe, lag es nahe, auch bei meiner privaten Spielwiese zu schauen, was sich dort noch herausholen lässt, ohne übermäßig viel Zeit zu investieren – Aufwand und Nutzen sollten in einem guten Verhältnis zueinander stehen.

Bitte besucht jetzt Google Pagespeed und notiert euch das Ergebnis des Tests. Die folgenden Schritte sollten das Ergebnis deutlich verbessern!

WordPress Cache

Zunächst habe ich unzählige Plugins getestet, die einen WordPress-Cache zur Verfügung stellen. Dies bedeutet, dass die dynamischen Seiten als gerenderte HTML-Pages für den User vorgehalten und nicht on-the-fly berechnet werden müssen. Viele dieser Plugins sind entweder sehr aufwändig zu konfigurieren oder führen im Nachgang zu Problemen mit anderen Erweiterungen. Die meiner Ansicht nach perfekte Balance aus einfacher Bedienbarkeit und deutlicher Performance-Steigerung bietet ZenCache, wobei hier die kostenlose Lite Version vollkommen ausreicht. Ich habe die voreingestellten Werte mit einer Ausnahme unverändert gelassen, lediglich die Option „Client-Side Cache“ habe ich zusätzlich aktiviert, da ich keine Seite verwende, die auf den Login externer Nutzer setzt. Bei einem Forum oder einem Firmenportal wäre dies nicht empfehlenswert, da so eingeloggten Usern unter Umständen die neusten Informationen aufgrund der lokal gespeicherten Seiten vorenthalten blieben.

gzip-Compression und Browser Caching

Eine WordPress-Seite lädt meist viele CSS- und JavaScript-Dateien, die für das Layout und verschiedenste Funktionen notwendig sind. Mit wenigen Handgriffen lassen sich diese Dateien serverseitig komprimieren, so dass die Ladezeit deutlich sinkt. Darüber hinaus lässt sich dem Browser mitteilen, wielange welcher Dateityp im Browser-eigenen Zwischenspeicher verweilen darf. Hierzu muss lediglich im Root der WordPress-Installation eine Datei mit dem Namen „.htaccess“ erstellt werden, falls diese noch nicht vorhanden ist.

wordpress htaccess

Sollten die Permalinks in der betreffenden Installation bereits genutzt werden, dann ist die .htaccess schon vorhanden und enthält einen Eintrag, der mod_rewrite zum Umschreiben der System-URLs in lesbare URLs aufruft. Vor den schließenden „#End WordPress“-Tag werden nun zum Aktivieren von gzip und dem Browser-Caching einige Zeilen Code hinzugefügt. Die vollständige .htaccess meines Servers kann hier heruntergeladen und deren Inhalte in eure Datei hineinkopiert werden:

htaccess-caching-gzip

Sollte eure .htaccess noch weitere Einträge enthalten, dürfen diese natürlich nicht einfach überschrieben werden; ergänzt einfach die Bestandteile meiner .htaccess, die in eurer fehlen. Ist hingegen bei euch nur mod_rewrite aktiviert, dann könnt ihr die gesamten Inhalte meiner Datei übernehmen.

Bilder komprimieren

Ein absoluter Ladezeitkiller sind zu große Bilder. Dank ausgereifter Algorithmen ist es mittlerweile möglich, Grafiken stark zu komprimieren, ohne deren Qualität nennenswert zu beeinflussen. Mein favorisierter Dienst hierfür ist JPEGMini, dieser ist aber mit nicht unwesentlichen Kosten verbunden, wenn man die Optimierung automatisieren möchte. Daher nutze ich für dieses Experiment WP Smush.it. Hierbei werden die Dateien auf externen Servern optimiert, so dass auch kleinere Webhosting-Pakete nicht ins Schwitzen kommen dürften. Einschränkung der Free-Version: Die Ausgangsdateien dürfen nicht größer als 1MB sein. Dies sollte im Web ohnehin vermieden werden.
Nach der Installation des Plugins findet Ihr im WP-Backend unter „Medien“ den Punkt „WP Smush.it“. Per Mausklick können alle bestehenden Grafiken nachträglich per „Bulk Smush“ optimiert werden, für neue Dateien passiert dies künftig beim Upload.

smushit

 

Und jetzt?

Nachdem ihr die oben stehenden Schritte befolgt habt, was effektiv nicht länger dauern dürfte, als die Lektüre dieses Beitrags, führt ihr den Pagespeed-Test erneut durch. Hat sich die Performance eurer WordPress-Seite durch die Maßnahmen verbessert? Ich freue mich über Kommentare mit euren Messergebnissen und allgemeinem Feedback! Meine eigene Seite konnte im Desktop-Ranking durch diese kleinen Optimierung über 25 Punkte zulegen und fühlt sich jetzt deutlich flüssiger in der Bedienung an. Natürlich besteht noch weiteres Potential zur Optimierung, aber wie ich eingangs bereits schrieb, sollte der Aufwand minimal bleiben. Zu guter Letzt noch ein Hinweis: Je nach verwendetem Template oder installierten Plugins, kann es natürlich zu Problemen kommen. Legt also bitte bspw. von bereits bestehenden .htaccess-Files ein Backup an, damit ihr im Zweifelsfalle schnell zurück wechseln könnt. Natürlich kann ich bei etwaigen Schwierigkeiten keine Haftung übernehmen – das Ausprobieren erfolgt auf eigene Gefahr. 😉 Zur Beruhigung: Ich habe diese Schritte nun schon bei zahlreichen Seiten getestet und bin dabei nie auf Probleme gestoßen. In diesem Sinne: frohes Optimieren!

Über Björn

Björn ist ambitionierter, halb-semi-mittelprofessioneller Fotoenthusiast und ein wenig vernarrt in technisches Spielzeug. Im familieninternen Wettstreit mit seiner Frau um die besten Fotos liegt er zwar meist ein kleines Stückchen hinten, aber sie verdient ja schließlich auch ihr Geld damit.

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